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Aufarbeiten & Nutzen

Vom Setzling zum Holzprodukt

Was wird eigentlich aus unseren Waldbäumen, nachdem wir sie geerntet haben?

So läufts bei uns zuhause:

Wir selbst haben eine Hackschnitzelheizung, das heißt die weniger qualitativen und schwächeren Stämme behalten wir, bis alle paar Jahre der Hacker zu uns kommt, um daraus Hackschnitzel zu produzieren. Außerdem benötigen wir immer wieder mal etwas Scheitholz – für unseren Kachelofen und für Lagerfeuer. Das hochwertige Holz verkaufen wir an das Sägewerk.

Das habe ich euch deshalb erzählt, weil ich denke, bei vielen von euch ist das genauso und daher ein plakatives Beispiel.

Achtung – jetzt kommen einige Zahlen…

 

Das sagt die Holzeinschlagstatistik:

Der Gesamteinschlag besteht hier zu 80% aus Nadelholz und zu 20% aus Laubholz.                                      

Vermutlich wird der Stammholzanteil in den nächsten Jahrzehnten zurück gehen, da bei Laubholz durch die andere Wuchsform mehr Industrie- und Energieholz anfällt.

 


 

Stammholz

Was sagt der Holzstamm, wenn er endlich im Sägewerk ankommt?
„Endlich bin i nimmer so auf’m Holzweg!“😀

Fast das gesamte Stammholz landet in Sägewerken. Dort werden zum Beispiel Balken und Bretter hergestellt. Es zieht sich auch hier wie ein roter Faden durch – es wird ein Vielfaches mehr an Nadelholz im Vergleich zu Laubholz geschnitten (über 95 %).

Die nächste Grafik zeigt, was ein Sägewerk aus einem durchschnittlichen Nadelholzstamm (ohne Rinde) produziert.

Quelle: DEPI, Standorte der Holzwirtschaft - Sägeindustrie - Einschnitt und Sägenebenprodukte, 2010

Bei Laubholz kehrt sich das Verhältnis um: Rund 40% sind Schnittholz, der Rest wird zu Industrie- und Energieholz verarbeitet.

Das Schnittholz wird überwiegend als Bauholz verwendet, daneben aber auch für Möbel, Parkett und Verpackungen.

💡Da die Bauindustrie nach wie vor von Nadelholz dominiert wird, der Trend jedoch zunehmend zu Laubbäumen geht steht die Frage im Raum: Ist Laubholz als Bauholz geeignet?

Ja! Durch verschiedene Verklebungstechniken können Laubhölzer sogar eine bessere Eignung als manche Nadelhölzer erreichen. Buche und Eiche haben ihre Zulassung bereits vor über 10 Jahren erhalten, bei einigen Laubhölzern fehlt diese jedoch noch.

🌿 Furnierindustrie - Das schönste vom Stamm

Die schönsten Stämme gelangen in die Furnierindustrie (also dünne Holzblätter meist 0,5 bis 1 mm). Nadelholz spielt hierbei eine eher untergeordnete Rolle. Überwiegend wird Eichenfurnier hergestellt, daneben kommen auch Buche und andere Laubhölzer zum Einsatz. Anschließend werden diese Furniere meist in Möbeln, Türen, Fußböden, aber auch in Yachten verbaut.

 

Herzerwärmendes Energieholz 

Unsere erneuerbaren Energien bestehen zu etwa 50% aus Bioenergie. Den größten Anteil daran hat unser heimisch produziertes und nachwachsendes Holz. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten diesen Energierohstoff zu nutzen. Etwa die Hälfte machen dabei Hackschnitzel aus, dicht gefolgt von Scheitholz. Ein kleiner Teil wird zu Presslingen (also Pellets und Briketts) verarbeitet.

Bei der Scheitholzherstellung gibt es verschiedene Mechanisierungsgrade. Mein Vater nutzt als eher kleinerer Waldbesitzer einen Holzspalter mit Kreissäge. Für ein leistungsstärkeres Arbeiten eignen sich Trommelsägen besonders gut. Hierfür bietet Unterreiner einen interessanten Kurs für Interessierte und Besitzer an: Professionelles Arbeiten mit der Trommelsäge und richtige Brennholzaufarbeitung. Die gewerbsmäßige Brennholzaufarbeitung erfolgt meist mit Sägespaltern.

💡 Ein ständiger Interessenskonflikt: Totholz oder Brennholz? 

Oft diskutieren mein Vater und ich, ob wir nun das Holz im Wald belassen soll, um wichtiges Totholz zu erhalten oder ob es mehr Sinn macht, es zu verheizen – schließlich ist das besser als fossile Energieträger zu verwenden. Wie so oft im Leben denke ich – die Mischung macht’s.

Wir bhaben uns darauf geeinigt Fichten vollständig aufzuarbeiten (auch wegen des Borkenkäferrisikos) und bei den anderen Baumarten immer wieder mal ein Stammstück im Wald zu belassen.

Minderwertiges Industrieholz?

Dieses Holz wird mechanisch zerkleinert oder chemisch aufgeschlossen. Das heißt, die Holzqualität spielt eine untergeordnete Rolle. Neben der Papierherstellung werden auch Span- und Faserpalten sowie Holzwolle produziert. Das Holz ist vielleicht qualitativ weniger hochwertig aber dank vieler kreativer Köpfe und Innovationen vielfältig einsetzbar.


Der Holzeinschlag besteht überwiegend aus Nadelholz. Das spiegelt sich besonders in der Sägeindustrie wider – sie lebt davon. Aktuell fließt ein großer Teil an Laubholz in die energetische Verwertung – das macht derzeit noch viel Sinn. In Zukunft wird sich die Holzeinschlagstatistik aber verändern, daher besteht Forschungsbedarf. Nicht, dass wir uns in einigen Jahrzehnten fragen, wohin mit dem ganzen Laubholz. Erste Forschungsprojekte wurden bereits gestartet… Ich bin gespannt, was in Zukunft alles möglich sein wird.

Mein persönliches Fazit: Wieder mal sitze ich da und bin begeistert, wie vielfältig einsetzbar dieser Rohstoff ist. Mit unserer Land- und Forstwirtschaft ist ein einfaches Leben möglich, das fasziniert mich wirklich. Und was gibt es Besseres als den Geruch von einem frisch angeheizten Kachelofen, im Wohnzimmer einen warmen Parkettboden und nie aus der Mode kommende Holzmöbel? Fantastisch!