Durchforstung
Vom Setzling zum Holzprodukt„Durchforsten“ – ein Wort, das wir im Alltag nutzen, wenn wir etwas gründlich durchsuchen. Wer hätte es gedacht – der Begriff kommt aus der Forstwirtschaft. Ursprünglich bedeutet es den Wald nach Schädlingen zu durchsuchen. Heute beschreibt es eher von Zeit zu Zeit ein bisschen Holz rauszuschneiden.
In diesem Artikel geht es also darum, wie man den Wald richtig durchforstet, um ihn dann zu durchforsten.
In der Fachsprache unterscheidet man drei verschiedene Arten: Jungbestandspflege, Jung- und Altdurchforstung.
Warum der ganze Aufwand?
Die schönsten Bäume werden gefördert und wachsen schneller in die Dicke (da mehr Platz für die Krone ist – das Kraftwerk des Baumes).
🌿Unterschiedliche Höhen im Bestand machen den Wald deutlich stabiler gegen Wind.
🌿Und: Man erhält Mischbaumarten, die sonst leicht unter gehen.
🌿Klingt vielleicht kompliziert – ist es aber nicht. Mit ein paar Grundregeln kommt man sehr weit!
In der Jugendphase - Jungbestandpflege
Vor allem in der Jungphase sollte man zwischen Nadel- und Laubbäumen unterscheiden, da man unterschiedliche Ziele verfolgt. Laubholz sollte möglichst dichtgehalten werden, damit die seitlichen Äste absterben und dadurch einen schönen astfreien Schaft zu bekommen. Beim Nadelholz hingegen kann man schon früher anfangen auszudünnen.
💡Und warum pflanzt man dann so viel, wenn man eh gleich wieder was rausschneidet?
Beim Laubholz ist das klar: Dichte ist gewollt. Und beim Nadelholz? Beispiel:
Pflanzt man z. B. mit 4 m Abstand und zwei Bäume fallen aus, entsteht eine Lücke von 12 m – und das wäre schon eine große Lücke.
Ab circa 10 bis 15 Metern: Jung- und Altdurchforstung
Die Entnahme funktioniert jetzt immer nach dem gleichen Schema: die gezielte Förderung einzelner Bäume – die sogenannten Zukunftsbäume. Sie zeichnen sich durch kräftiges Wachstum, eine lange grüne Krone, einen geraden Schaft oder ihre Zugehörigkeit zu einer besonderen Baumart aus (Samenbäume für kommende Generationen). Diese Z-Bäume werden durch Entnahme umliegender Konkurrenzbäume gefördert (sind nicht unbedingt die direkten Nachbarn, sondern die Bäume, die in der Krone konkurrieren).
Je älter der Wald wird, desto weniger Zukunftsbäume werden es. Sind es in den jüngeren Beständen noch beispielsweise 150 Bäume pro Hektar sind es in älteren teilweise nur noch halb so viele.
Bevor man zur Säge greift, empfiehlt sich noch eine kleine Vorbereitung:
🌿Zukunfts- und Entnahmebäume mit Forstband oder Farbspray markieren
🌿Biotopbäume kennzeichnen (oft durch eine weiße Wellenlinie erkennbar)
🌿Falls noch nicht vorhanden: dauerhafte Rückegassen anlegen und markieren
So bleibt der Bestand übersichtlich und bei späteren Eingriffen leicht zu bearbeiten.
Am Ende ist das alles keine Hexerei. Mit ein paar gezielten Schnitten, etwas Überblick und regelmäßigen Besuchen holt man aus jedem Bestand das Beste heraus.
Mit etwas Übung fällt das alles noch viel leichter! Diese kriegst du im Kurs: Waldbesitzertag - Praxis rund um den Wald
































