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Impressionen Unterreiner Forstgeräte - erfahren - kompetent - zuverlässig - innovativ

Früher war vieles anders

Wenn ich durch den Wald spazieren gehe und in die Wipfel der Bäume blicke und sehe, wie das Licht seinen Weg nach unten bahnt, habe ich das Gefühl, es hat hier schon immer so ausgesehen. Da kann ich mir kaum vorstellen, dass es vor vielen Millionen Jahren ganz anders war…

 


 

So hat alles begonnen

Ganz am Anfang, also da sprechen wir von circa 300 Millionen Jahren, entwickelten sich die ersten Bäume. Sie hatten aufgrund ihres höheren Wachstums einen Lichtvorteil gegenüber niedrigeren Pflanzen. Damals war das Klima noch sehr feucht und es wuchsen vor allem Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmgewächse. Dann wurde das Klima trockener und vor 270 Millionen Jahren entstanden die ersten Nadelbäume. Diese herrschten etwa 200 Millionen Jahre, anschließend entstanden die Laubbäume.

 💡 Der Ginkgo ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Er ist eine Mischung aus Laub- und Nadelbaum. Er ist extrem resilient gegenüber Krankheiten, Schädlingen und anderen Umwelteinflüssen. Einige dieser Bäume überlebten sogar die Atombomben nahe des Epizentrums in Hiroshima und leben bis heute. Die forstliche Nutzung ist aufgrund der Holzqualität untergeordnet, er wird aber zunehmend als Stadtbaum gepflanzt.

Dann kamen die Eiszeiten, bis diese vor etwa 12.000 Jahren endeten. Durch die lebenswidrigen Bedingungen starben sehr viele Arten aus oder wanderten in wärmere Regionen ab. Zunächst siedelten sich die Pionierbaumarten an – also Birken und Kiefern (das sind übrigens auch heute die Baumarten, die nach Störungsereignissen als erste die kahle Fläche besiedeln). Mit den zunehmenden Temperaturen kamen auch Hasel und Eiche, später dann auch weitere Mischbaumarten wie Eschen, Ulmen und Linden. Nachdem sich das Klima wieder etwas abkühlte und feuchter wurde, verbreitete sich die Buche und drängte die anderen Baumarten auf die etwas schwierigeren Standorte zurück. Ohne den menschlichen Einfluss wäre in unserer Region fast überall die Buche zu finden.

💡 Warum wird der Klimawandel aktuell als so schlimm empfunden, wenn sich die klimatischen Bedingungen immer verändert haben? Ganz einfach: So rasche Veränderungen gab es noch nie, soweit man weiß. Die Anpassung an die neuen Umweltbedingungen hatte bisher immer einige Zeit gedauert. Man weiß nicht, was passiert, wenn sich das Klima so schnell verändert.

Der Einfluss des Menschen

Solange es Menschen gab, nutzten diese die Wälder. Bereits die Jäger und Sammler bedienten sich an der Natur. Mit dem Sesshaftwerden wurden Wälder nun in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt und das Holz als Baustoff benutzt. Durch die steigende Bevölkerungszahl im Mittelalter stieg auch der Holzbedarf entsprechend an, da es auch keinen alternativen Rohstoff gab. Später benötigten unter anderem der Schiffsbau und der Bergbau große Mengen an Holz. Durch die intensive Nutzung gab es damals in einigen Regionen weniger Holz als heute. Zudem nutzen die Bauern den Wald für ihr Vieh. Zunächst als Weidegrund, später, als die Tiere in Ställen untergebracht waren, wurden Blätter und Nadeln als Einstreu genutzt. Dadurch verarmten die Böden enorm (das meiste an Nährstoffen befindet sich nämlich genau in diesen Pflanzenteilen).

💡 Wusstest du: Die Lüneburger Heide ist ein Ergebnis der Streunutzung durch den Menschen. Durch den ständigen Nährstoffentzug verarmten die Böden so sehr, dass sich die Besenheide verbreitete, sich das Bodenleben reduzierte und eine feste Schicht im Oberboden entstand. Bäume können auf diesen Flächen bis heute nicht mehr wachsen.

Nach all diesen Strapazen befand sich der Wald im 18./19. Jahrhundert in einem sehr schlechten Zustand – Kahlflächen, verarmte Böden und hohe Wildbestände waren die Regel. Es bestand Bedarf zum Handeln: die moderne Forstwirtschaft mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit – also nicht mehr zu nutzen, als nachwächst, war geboren. Die ideale Lösung – dachte man – wäre hierbei die Aufforstung mit Fichten, da diese schnell und gerade wachsen. Noch weitere Aufforstungswellen folgten, bis sich nun das Bild komplett geändert hat. Wenn du wissen willst, wie ein zukunftsfähiger Wald aussieht, lies doch gerne den Artikel: Der Wald von morgen.

 

Meilensteine der technischen Forstwirtschaft

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Bäume noch mit der Axt gefällt. Lediglich die Abschnitte wurden mittels Säge abgetrennt. Um das Holz aus dem Wald zu bekommen, wurde noch viel Handarbeit geleistet. Zunehmend wurden immer häufiger Tiere zur Unterstützung eingesetzt. In bergigeren Regionen und für den Ferntransport wurden die Stämme in Bäche und Flüsse transportiert (Flößerei und Trift). Außerdem wurden in den steileren Regionen eine Art Holzrutsche (Riese oder Loite) gebaut, um die Stämme ins Tal zu befördern oder mittels Schlitten. Der Transport damals war extrem gefährlich und anstrengend. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Situation. Die ersten Traktoren wurden eingesetzt, Pferde und Ochsen verschwinden schön langsam aus dem Wald und Eisenbahnen vereinfachten den Ferntransport. Etwa 30 Jahre nach der Erfindung der Motorsäge schaffte sie in den 60er-Jahren ihren Durchbruch und löste somit die Handsäge ab. Produktivität und Effizienz steigerten sich immer weiter, besonders durch den 1990 erfundenen Harvester. Rückegassen und Forstwege werden ausgebaut, LKWs werden eingesetzt. In den Bergen wurde die Seilbringung stetig verbessert.

 


 

Der Wald ist seit jeher geprägt von ständigem Wandel durch das Klima und die menschliche Nutzung. Nachdem die Menschen über Jahrhunderte den Wald übernutzten, verändern sie nun ihren Umgang hin zu naturnäheren Ökosystemen mit einer schonenden Bewirtschaftung. In den Medien werden Wald und seine Nutzung gerne mal in einem eher schlechten Zustand dargestellt. Natürlich haben sie oft Recht. Ich finde es aber schade, dass oft nicht gesehen wird, wie viel sich geändert hat. Waldschutzgesetze wurden erlassen, Förster und Försterinnen werden gut ausgebildet, die Forschung sucht nach Lösungen für die veränderten Klimabedingungen und ihr alle sorgt dafür, dass der Wald erhalten bleibt – durch Aufforstungen und das Vermeiden von Schädlingen. Daher möchte ich das hier betonen und euch danken.